Bankkaufmann Bankkaufmann Bankorganisation und Recht 1 — Questions and Answers
Question 1: Welche Organisationsform hat die Deutsche Bundesbank und welche Aufgabe hat sie?
- Sie ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts und Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB); sie führt die Geldpolitik der EZB in Deutschland durch. (Correct answer)
- Sie ist eine Aktiengesellschaft, deren Mehrheitsaktionär der Bund ist.
- Sie ist eine Behörde des Bundesfinanzministeriums ohne eigenständige Rechtspersönlichkeit.
- Sie ist ausschließlich für die Bankenaufsicht zuständig und hat keine geldpolitischen Aufgaben.
Correct answer: Sie ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts und Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB); sie führt die Geldpolitik der EZB in Deutschland durch.
Die Deutsche Bundesbank ist eine bundesunmittelbare juristische Person des öffentlichen Rechts, Mitglied des ESZB und führt als nationale Zentralbank die Beschlüsse des EZB-Rates in Deutschland aus.
Question 2: Was versteht man unter dem Universalbankprinzip, das das deutsche Bankwesen kennzeichnet?
- Banken dürfen gleichzeitig alle Bankgeschäfte betreiben: Einlagengeschäft, Kreditgeschäft und Wertpapiergeschäft. (Correct answer)
- Alle Banken müssen identische Produkte zu identischen Preisen anbieten.
- Nur Großbanken dürfen sämtliche Bankgeschäfte anbieten.
- Das Universalbankprinzip ist in Deutschland verboten – Banken müssen sich spezialisieren.
Correct answer: Banken dürfen gleichzeitig alle Bankgeschäfte betreiben: Einlagengeschäft, Kreditgeschäft und Wertpapiergeschäft.
Das Universalbankprinzip erlaubt deutschen Kreditinstituten, alle Formen von Bankgeschäften zu betreiben – im Gegensatz zum Trennbankensystem (z. B. früher USA), das Einlagen- und Investmentbanking trennte.
Question 3: Was regelt das Kreditwesengesetz (KWG)?
- Es regelt die Zulassung, den Betrieb und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten in Deutschland. (Correct answer)
- Es regelt ausschließlich die Vergabe von Verbraucherkrediten.
- Es ist das Gesetz über die Ausgabe von Staatsanleihen durch die Bundesbank.
- Es regelt die Beziehungen zwischen Banken und privaten Kunden.
Correct answer: Es regelt die Zulassung, den Betrieb und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten in Deutschland.
Das Kreditwesengesetz (KWG) ist das zentrale Aufsichtsgesetz für Banken in Deutschland; es regelt Zulassungsvoraussetzungen, Eigenmittelanforderungen und die laufende Aufsicht durch die BaFin.
Question 4: Was ist die Aufgabe des Einlagensicherungsfonds der privaten Banken?
- Er schützt Kundeneinlagen über den gesetzlichen Mindestbetrag hinaus, falls eine Mitgliedsbank insolvent wird. (Correct answer)
- Er finanziert staatliche Rettungsmaßnahmen für systemrelevante Banken.
- Er sichert ausschließlich Einlagen von Großunternehmen ab.
- Er ist das Pflichtprogramm für alle Banken nach dem KWG.
Correct answer: Er schützt Kundeneinlagen über den gesetzlichen Mindestbetrag hinaus, falls eine Mitgliedsbank insolvent wird.
Der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken schützt Kundeneinlagen weit über die gesetzliche Einlagensicherung (100.000 Euro) hinaus – typischerweise bis zu 20% des haftenden Eigenkapitals der Bank.
Question 5: Was versteht man unter dem 'Bankgeheimnis' in Deutschland?
- Die vertragliche Pflicht der Bank, Kundendaten und Konteninformationen vertraulich zu behandeln und nicht ohne Zustimmung des Kunden weiterzugeben. (Correct answer)
- Ein absolutes gesetzliches Verbot der Weitergabe von Kundeninformationen.
- Die Pflicht der Bank, alle Transaktionen vor dem Kunden geheim zu halten.
- Eine Regelung, die Bankmanager vor Haftung für Geschäftsentscheidungen schützt.
Correct answer: Die vertragliche Pflicht der Bank, Kundendaten und Konteninformationen vertraulich zu behandeln und nicht ohne Zustimmung des Kunden weiterzugeben.
Das Bankgeheimnis ist eine vertragliche (nicht gesetzliche) Pflicht aus dem Kreditvertrag; es schützt Kundeninformationen, gilt aber nicht absolut – etwa bei steuerlichen Abfragen oder Verdacht auf Geldwäsche.
Question 6: Was ist die Mindestkapitalanforderung (Kernkapitalquote) nach Basel III für Kreditinstitute?
- 6% hartes Kernkapital (CET1) zuzüglich Kapitalerhaltungspuffer von 2,5% = effektiv 8,5% der risikogewichteten Aktiva. (Correct answer)
- 3% des gesamten Eigenkapitals der Bank.
- 10% des Kreditvolumens als Sicherheitsreserve.
- 1% der Bilanzsumme als liquide Reserve.
Correct answer: 6% hartes Kernkapital (CET1) zuzüglich Kapitalerhaltungspuffer von 2,5% = effektiv 8,5% der risikogewichteten Aktiva.
Basel III fordert mindestens 4,5% hartes Kernkapital (CET1) plus einen Kapitalerhaltungspuffer von 2,5%, de facto 7% CET1; zusammen mit dem zusätzlichen Kernkapital beträgt die Mindestgesamtkapitalquote 10,5%.
Welche Organisationsform hat die Deutsche Bundesbank und welche Aufgabe hat sie?